Ein Leserbrief

Wir haben ja kürzlich eine kleine Buch-Kritik zu 911 von Ulf Poschardt geschrieben, lesen Sie: hier. Jetzt hat der Autor geantwortet. Dafür wollen wir ihm herzlich danken.

Also, Bühne frei für Herrn Poschardt:

«Eigentlich fand ich den Hinweis der eigenen Verstrickung mit dem zu beschreibenden Objekt durch den Gang zum Psychoanalytiker deutlich genug: hier schreibt jemand, der allen Rationalisierungen zum Trotz von diesem Auto nicht loskommt. Wer liebt, ist glücklich und hat kein Bedürfnis von ihm weniger geliebte Objekte der Begierde zu denunzieren. Auf dem Autorenfoto meiner Philosophie des Rasens, 2002 unter dem Titel „Über Sportwagen“ bei Merve erschienen, sieht man den Autor neben seinem Ferrari 328 GTB stehen. Ein wundervolles Auto, so wie der Italia, der 612er, der 599 GTB, der Testarossa und die anderen Ferraris, die ich fahren durfte, grandiose, aufregende, fordernde Sportwagen und Gran Tourismos waren. Meine Jahre mit der Ferrari Berlinetta bleiben unvergesslich.
Deswegen dieser kleine Protest. An dieser Stelle wurde dem Autor vorgeworfen, auf andere Legenden einzuprügeln. Es gibt in „911“ kein Ferrari-Bashing. Vielmehr ging es darum die italienischen Klassiker als Kontrastmittel zu den schwäbischen einzusetzen, um die Unterschiede der Philosophien deutlicher werden zu lassen. Die DS wird nur als Symbol der Revolution (und als Lieblingsauto von Intellektuellen wie Roland Barthes) hinterfragt, und nicht als eine elegante, futuristische Limousine. Die Corvette wird mit ihrer wechselvollen, ikonoklastischen Geschichte nicht auf Augenhöhe des Elfers gesehen – aber ich freue mich über jeden Autor und Leser, der das anders sieht. Mir ist klar, dass 130 PS und 210 Spitze nicht den Gipfel der Rennsportlichkeit Anfang der 60er Jahre bedeutet haben, aber meine Kultur- und Sozialgeschichte des Elfers ist an Überlegenheitsgesten gar nicht interessiert. Das Buch berichtet über eine Faszination und viele Faszinierte. Der Porsche 911hat mein Herz erobert – auch wenn es Italiener und Engländer gab, die ihn im Autoquartett geschlagen haben.»

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Wir empfehlen das Buch herzlich zur Lektüre.

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